17:47
Ein haus
ein baum
hochoben
ein licht
das eine leise ahnung
in gewissheit taucht
eine vertraute silhouette
vertieft in tiefschwarz
tonloses goldenes funkeln im arm
die pupillen hinauf geweitet
der magie des moments erlegen
staunen
lächeln
und kein atemzug
der die stille stört
augenblicke wie äonen
die schranken fallen
die welt...zurück
der bann bebrochen
©Beate Oberlein
auf Scherben tanzen
Was bleibt,
wenn das letzte Wort mit Gift und Galle ausgespuckt?
Was bleibt,
wenn nimmersatter Zorn Vertrauen samt Erinnerungen schluckt?
Was bleibt,
wenn jeder Gedanke Verachtung gebiert?
Was bleibt,
wenn jeder alte Schwur im Fegefeuer seinen Wert verliert?
Was bleibt,
wenn mein letztes Geheimnis ungeniert verraten ist?
Was bleibt,
wenn Unfehlbarkeit Respekt und alle Grenzen frisst?
Was bleibt,
wenn meine Wahrheit achtlos zertreten am Boden liegt?
Was bleibt,
wenn ein Fluch und ein Schwert über meine Empfindungen siegt?
Soll ich auf Scherben tanzen?
Soll ich wieder und wieder
knöcheltief im Blut
neue Bäume pflanzen,
deren Krone ich vergötter
mit Herzblut selbstvergessen heg
bis sie himmelwärts strebend
mich zum Dank schamlos erschlägt?
Was bleibt,
wenn der letzte Dolch ins Herz gestoßen ist?
Was bleibt,
wenn Feuer und Flamme tauschen mit Tücke und List?
Was bleibt,
wenn das letzte Lachen falsch und künstlich klingt?
Was bleibt,
wenn die unschuldig säuselnde Stimme hinterrücks mir Totenlieder singt?
Soll ich auf Scherben tanzen?
Soll ich wieder und wieder
knöcheltief im Blut
neue Bäume pflanzen,
deren Krone ich vergötter
mit Herzblut selbstvergessen heg
bis sie himmelwärts strebend
mich zum Dank schamlos erschlägt?
Was bleibt?
© Beate Oberlein